Mit Luxboot ENRIKA nach Berlin – Etappe 4: Funkpremiere und großes Hauptstadtfinale
Vier Tage nach unserem Aufbruch in Waren liegt Berlin endlich vor uns. Doch bevor Luxboot ENRIKA ihren Winterliegeplatz erreicht, warten noch vier Schleusen, große Berufsschiffe und eine Fahrt mitten durch die Hauptstadt auf uns. Und unterwegs bekommen wir Besuch.
Pünktlich um 08:00 Uhr öffnet die Schleuse Liebenwalde.

Am Vorabend war hier Schluss gewesen: Wegen Arbeiten am benachbarten Wehr hatte die Schleuse früher geschlossen. So hatten wir die letzte Nacht unserer Überführungsfahrt vor der Schleuse verbracht.
Schon früh am Morgen sind die Mitarbeiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes im Einsatz. Wir beobachten, wie über eine Ableitungsleitung Wasser in das angrenzende Überflutungsgebiet geleitet wird. Rund um Schleuse und Wehr ist einiges los, bevor auch für uns der Fahrtag beginnt.
Nach der Schleusung geht es nach Steuerbord, also rechts, auf den Oder-Havel-Kanal. Die Landschaft unserer Reise verändert sich: Auf die schmalen Havelabschnitte der vergangenen Tage folgen breite Wasserstraßen, große Frachtschiffe und deutlich größere Schleusen.
Das erste Mal am Funk
An der Lehnitzschleuse ist es so weit: Zum ersten Mal melden wir uns per Funk an. Premiere für uns und unsere neu in Betrieb genommene Schiffsfunkstelle.
Erst am Morgen unseres Aufbruchs hatten wir bei der Bootsfahrschule Müritz die UBI-Prüfung für den Binnenschifffahrtsfunk bestanden. Jetzt kommt das Gelernte zum Einsatz.
Im Laufe des Tages merken wir immer deutlicher, wie hilfreich der Funk an Bord ist. Wir bekommen mit, welcher Verkehr sich ankündigt, warum wir vor einer Schleuse warten und wann es weitergeht. Vieles, was man sonst nur vom eigenen Boot aus beobachtet und sich zusammenreimt, wird dadurch verständlicher.
Spätestens bei der Fahrt durch die Berliner Innenstadt möchten wir den Funk nicht mehr missen.
Noch einmal Benzin vor der Innenstadt
In Spandau legen wir einen Versorgungsstopp ein. Eine Straßentankstelle ist vom Anleger aus zu Fuß erreichbar – eine gute Gelegenheit, noch einmal 40 Liter Super zu holen.
Unser mitgeführter Benzinvorrat geht zur Neige. Die Bootstankstelle unterwegs hatte ausschließlich Diesel im Angebot und kam deshalb für uns nicht infrage. Mit knappem Sprit durch die Innenstadt zu fahren, wollen wir nicht riskieren.
Also noch einmal Nachschub holen, bevor wir uns auf die letzten Kilometer durch Berlin machen.

Aus einer Charteranfrage wird eine gemeinsame Bootsfahrt
Weil wir unsere Boote verchartern, erreichen uns auch unterwegs immer wieder Anfragen. Eine davon kommt von Katja. Eigentlich geht es um mögliche Charterzeiten im Winter. Daraus entwickelt sich ein nettes Gespräch.
Als klar wird, dass wir gerade auf dem Weg nach Berlin sind und Katja mit ihrer Familie dort lebt, entsteht spontan die Idee: Warum nicht ein Stück gemeinsam fahren?
Noch vor dem Reichstag nehmen wir Katja und ihren Sohn Toni an Bord. Ihr Mann begrüßt uns kurz am Steg. Für die Fahrt reicht seine Zeit leider nicht, aber ein Stück begleitet er uns trotzdem: Er fährt mit dem Fahrrad am Ufer, wir mit ENRIKA auf dem Wasser. Bis zum Reichstag sind wir so gemeinsam unterwegs.
Eine dieser Begegnungen, die sich nicht planen lassen und eine Reise besonders machen.

Mit dem Hausboot mitten durch Berlin
Die Stadtdurchfahrt ist ein Höhepunkt unserer Überführung.
Wir fahren am Berliner Hauptbahnhof vorbei, durch das Regierungsviertel und am Reichstag entlang. Es folgen die Museumsinsel und das wiederaufgebaute Berliner Schloss, an dessen Stelle zu DDR-Zeiten der Palast der Republik stand. Immer wieder taucht der Fernsehturm zwischen den Gebäuden auf.

Berlin vom Wasser aus zu erleben, hat seinen ganz eigenen Reiz. Während am Ufer der Alltag weiterläuft, zieht die Stadt langsam an unseren Fenstern vorbei.
Auf dem Wasser bleibt unsere Aufmerksamkeit gefragt. Unter den Brücken wird es teilweise eng, und wir teilen uns die Strecke mit vielen Fahrgastschiffen. Über Funk kündigen wir unsere Position und Fahrtrichtung an und stimmen uns mit dem anderen Verkehr ab. Die frisch bestandene Funkprüfung hat sich für uns schon auf dieser ersten Reise gelohnt.
Zwischendurch übernimmt Toni (9 Jahre) das Steuer. Er fährt regelmäßig das Hausboot seiner Eltern durch die Berliner Kanäle und bringt entsprechend Erfahrung mit. Auch ENRIKA steuert er souverän durch die Stadt.

Leinen fest in der Rummelsburger Bucht
Nach der Mühlendammschleuse führt uns die letzte Strecke weiter in Richtung Rummelsburger Bucht. Sie ist für die vielen Boote bekannt, auf denen Menschen auch leben. Uns kommt es vor, als lägen hier inzwischen weniger Boote vor Anker.
Gegen 20:00 Uhr erreichen wir die Citymarina Berlin.
Noch einmal in die Box manövrieren, Leinen festmachen und den Motor abstellen. Hier bleibt ENRIKA über den Winter bis März 2027.
Geschafft. Von Waren an der Müritz bis nach Berlin: vom Aufbruch im letzten Abendlicht über stille Seen und gewundene Havelabschnitte bis mitten durch die Hauptstadt.
Unsere letzte Etappe in Zahlen
Strecke: 37 Seemeilen – rund 68,5 Kilometer
Schleusen: Liebenwalde, Lehnitz, Plötzensee und Mühlendamm
Start: 08:00 Uhr an der Schleuse Liebenwalde
Ankunft: gegen 20:00 Uhr in der Citymarina Berlin
Benzinverbrauch der gesamten Überführung ab Waren: 210 Liter Super
Gesamte Reise: vier Tage und 16 Schleusen
Am ersten Morgen noch die Funkprüfung, am letzten Abend fest in Berlin. Dazwischen lagen viele Stunden am Steuer, neue Erfahrungen und Begegnungen, die bleiben.
ENRIKA ist angekommen. Berlin ist jetzt ihr Zuhause auf Zeit.
Alle Etappen unserer Überführung findet ihr im Luxboot-Blog. Weitere Eindrücke von unterwegs gibt es auf Instagram, Facebook und YouTube.
Und wenn ihr selbst eine Auszeit auf dem Wasser plant: Auf luxboot-elisa.de lernt ihr unser Luxboot ELISA kennen.



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